AUA, da beißt was!

adextra Farben beissen

Man kennt es nur von Erzählungen. Ist es gar eine Verschwörung? (Also so wie mit Bielefeld.) Denn noch nie konnte nachgewiesen werden, dass sich zwei Farben gebissen hätten. Und doch hört man es vielerorts. Sehen andere mehr als du? Auch wenn man direkt im Geschehen sitzt, so scheint es, können andere mehr sehen. Also irgendwo muss da was nacheinander schnappen. Irgendwo …

 

Gehen wir der Sache auf den Grund und sammeln wir Fakten:

Punkt 1: Nicht jeder kann es sehen

Punkt 2: Nicht jede Farbe reagiert aggressiv

Punkt 3: Aggressionen haben einen Auslöser

Bleiben wir beim Auslöser. Worin könnte die Frustration des sagen wir mal Brauntons gegenüber dem unschuldigen Lila begründet sein? Negative Erfahrungen aus der Vergangenheit? Vorurteile? Unvorbereitetes Aufeinandertreffen? Provokation?

Eine gesetzliche Krankenkasse (klar, dass die sich damit beschäftigen, müssen ja die Heilungskosten übernehmen) gibt folgenden Aufschluss: Der Begriff „Aggression“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „an eine Sache herangehen” oder „etwas in Angriff nehmen”.  Neben dem negativen, destruktiven Aspekt der Aggression gibt es auch eine positive Form. Sie kann sich u. a. äußern in einer sinnvollen Bündelung von Kräften zur Abwehr eines Angriffs bzw. zur Verteidigung des rechtmäßigen Terrains. Aggression ist fast immer die Vorstufe von Gewalt. Gelingt es, das Aggressionspotenzial schon im Vorfeld zu reduzieren, wird es erheblich weniger zu Gewaltausbrüchen kommen. Auslöser von Aggressionen sind nicht selten unbedacht geäußerte Bemerkungen. Deshalb spielt die Beachtung der Kommunikationskultur – wie man miteinander redet – bei der Gewaltprävention eine wesentliche Rolle.

 

So betrachtet ist die Lösung einfach. Du, Lila, halt die Klappe und bündele deine Kräfte mit Braun. Dann wirst du auch nicht gebissen.

 

Aber warum verdammt kann ich den Akt der Gewalt, des Beißens, nicht sehen? Offensichtlich bin ich damit nicht alleine. Was also läuft bei uns „Nichtsehern“ schief? Sind wir Meister des Verdrängens?

Bei der Suche nach Antworten kommt mir ein Gedanke: Vielleicht sehen wir nicht weniger sondern mehr. Wir sehen im Aufeinandertreffen keinen Gewaltakt, wir sehen vielmehr, wie sich zwei Farben leidenschaftlich vereinigen und ihr ganzes Potenzial, ihre Energie, ihre Kraft zusammenfließen lassen, um etwas Neues und Großartiges zu schaffen. Ein durchaus schöner Gedanke.

 

Egal, wie es ist. Die Lösung liegt in beiden Fällen offensichtlich im Zulassen des Aufeinandertreffens. Vielmehr geht es um Blickwinkel und das, „wie“ man mit einander umgeht. Das heißt aber auch, man muss nicht alles sehen um zu verstehen. Ein beruhigender Gedanke, der die Welt wieder ein Stück friedlicher macht. Danke.

 

Farbkoalitionen mit scheinbarem Aggressionspotenzial findet man hier. Können Sie es sehen?

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